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70 Jahre "Der Deutsche Fallschirmjäger"

Grußwort des Generalinspekteurs der Bundeswehr

General Eberhard Zorn

DDF Ausgabe 02/2021

Der Deutsche Fallschirmjäger
Ausgabe 06/2021

Artikel aus „Der Deutsche Fallschirmjäger“ 06/2021

von General Eberhard Zorn

Kameradinnen und Kameraden, meine Damen und Herren,

70 Jahre und kein bisschen leise - ich gratuliere dem Magazin „Der Deutsche Fallschirmjäger“ zu diesem beindruckenden Jubiläum. Ich selbst bin seit vielen Jahren Mitglied des BDF und verfolge seit meiner Zeit als Brigade- bzw. Divisionskommandeur bis heute aufmerksam die Debatten und Diskussionen, die durch die Beiträge im Magazin angestoßen und mitgestaltet werden.

Einsatzbereit. Jederzeit. Weltweit. Nach der erfolgreichen Evakuierungsoperation aus Afghanistan wird wohl niemand mehr das Motto der Division Schnelle Kräfte infrage stellen.

„Der Deutsche Fallschirmjäger“ hat die letzte Ausgabe bereits im Schwerpunkt Afghanistan gewidmet und den gesamten Einsatz über die Jahre mit zahlreichen Erfahrungsberichten und Hintergründen begleitet.

Generla Eberhard zorn

General Eberhard Zorn
2018 bis 2023
Generalinspekteur der Bundeswehr

Bild: Helmut Michelis, DDF 06/2021


Ich bin mir sicher, dass wir die Diskussion in und außerhalb des Magazins intensiv fortsetzen und die Lehren des Afghanistan-Einsatzes unter der neuen Bundesregierung sorgsam aufbereiten werden. Das sind wir allein schon den vielen in Afghanistan verwundeten und gefallenen Kameraden sowie den zahlreichen Veteranen in unserem Kreis schuldig.
Die Corona-Pandemie wirkt sich momentan gleich zweifach auf das Magazin aus. Zum einen müssen wir momentan auf viele liebgewonnene Berichte zu Veranstaltungen des BDF verzichten, da diese, wie unlängst das Jahrestreffen in Dresden, pandemiebedingt nicht stattfinden können. Zum anderen unterstützen aber natürlich auch Fallschirmjäger in der Pandemiebewältigung, was ebenfalls Erwähnung im Magazin verdient.

Bei der Hochwasserkatastrophe im Juli wurde die Bundeswehr ohne Vorwarnzeit gefordert. Auch hier wurde ohne Wenn und Aber zugepackt und Menschen in Not geholfen. Ich bin tief beeindruckt vom beispielgebenden Einsatz von Hauptmann Theo Frisch, der beim Hochwasser an der Ahr sieben Menschen aus den Fluten gerettet hat und in dieser Ausgabe im Porträt vorgestellt wird.

Die Beispiele aus Afghanistan, die Unterstützung in der Pandemiebewältigung und während der Hochwasserkatastrophe zeigen: Auf die Bundeswehr ist Verlass. Auf die Fallschirmjägertruppe ist Verlass, besonders dann, wenn es richtig gefährlich wird. Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen.

Vorbehaltloser Einsatz für die Kameraden steht sinnbildlich für die Fallschirmjägertruppe und zieht sich auch wie ein roter Faden durch die Geschichte des Magazins.
Ein Hauptanliegen aus den Gründungsjahren des BDF war beispielsweise der Suchdienst für vermisste Kameraden aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Rubrik existiert im Magazin „Der Deutsche Fallschirmjäger“ bis heute. Tausende Schicksale konnten über die letzten 70 Jahre durch die gegenseitige Unterstützung der Leserschaft aufgeklärt werden. Und trotzdem gibt es jedes Jahr neue Anfragen, heute vornehmlich von der Enkelgeneration, der das Schicksal ihrer Angehörigen keine Ruhe lässt.

Neben den Berichten über die Leistungen der aktiven Truppe und der Reserve schätze ich die kontinuierliche Berichterstattung über den Austausch mit unseren internationalen Partnern. Auch wenn hier neben gemeinsamen Übungen häufig Sportveranstaltungen und Sprungvorhaben mit geselligen Anteilen im Vordergrund stehen, geht diese Initiative auf das Bestreben nach aktiver Versöhnung zwischen ehemaligen Feinden kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zurück.
Das dürfen wir nicht vergessen.

„Der Deutsche Fallschirmjäger“ wurde bereits vor Gründung der Bundeswehr ins Leben gerufen und gehört somit zu den ältesten Militärmagazinen Deutschlands. Die Zeitschrift verbindet in einzigartiger Weise Tradition und soziales Engagement mit den aktuellen Leistungen und unschätzbaren Beiträgen der Fallschirmjägertruppe für die Sicherheit Deutschlands und seiner Verbündeten. Dabei scheut das Magazin keine Kontroversen, sondern nennt die Dinge beim Namen und legt den Finger in die Wunde, wenn es notwendig ist.

„Der Deutsche Fallschirmjäger“ bietet eine hervorragende Plattform zum Austausch über Generationen- und Dienstgradgrenzen hinweg und ist ein wichtiges Bindeglied zwischen aktiver Truppe, Reservisten und Veteranen.

Die Lektüre beweist: Gute Ideen und treffende Analyse sind keine Frage des Alters, des Dienstgrades oder des Dienstverhältnisses. Sie sind vielmehr Ergebnis von persönlichem Engagement und ehrlichem Interesse an der Sache. Ich appelliere daher insbesondere an die jungen Leserinnen und Leser, sich aktiv einzubringen mit Themen und Standpunkten. Ihre Stimme wird gehört.

Mit allen guten Wünschen und kameradschaftlichen Grüßen an alle Leserinnen und Leser bin ich mit einem dreifachen "Glück Ab"
Ihr Eberhard Zorn
Generalinspekteur der Bundeswehr