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Fallschirmjäger

Historie

Rückblick auf Fallschirmjäger in Deutschland

In der Mitte der 1930er Jahre wurde die Fallschirmjägertruppe als Teil der deutschen Luftwaffe eingeführt. 1935 Aufstellung des Fallschirmjägerbataillon 1 als Teil der Luftwaffe. Als Geburtstag der Fallschirmtruppe gilt der 29.01.1936 mit dem Aufstellungsbefehl der Fliegergruppe (F) als Fallschirmjägerausbildungskompanie. Die erste militärische Fallschirmschule wurde am 01.02.1936 in Stendal-Borstel aufgestellt. Der erste Sprungkurs erfolgte am 01. April 1936. Am 11.05.1936 erfolgte der erste Fallschirmsprung.

Im November 1936 wurde das Fallschirmschützenabzeichen als erstes Springerabzeichen gestiftet. 

Erste Ausbildungen von Fallschirmjägern zum Lastenseglerpiloten erfolgten ab Januar 1937.

Im April 1937 stellte das Heer eine Fallschirminfanteriekompanie auf, ebenfalls in Stendal. Die Ausbildung erfolgte an der Luftwaffenspringerschule. Das Fallschirmschützenabzeichen des Heeres wurde gestiftet. 1938 stellte das Heer das Fallschirminfateriebataillion in Braunschweig auf.

Ab 1939 entstand die Fliegerdivision 7, als Deckname für die Fallschirmjägerdivision 1, unter der die Fallschirmverbände der Luftwaffe und des Heeres mit den Transportfliegerkampfgruppen I und II sowie dem Lastenseglerkommando zusammengefasst wurden.

Ab 1943 Aufstellung der 1. Fallschirmarmee mit deutlicher Vergrößerung der Zahl der Fallschirmjägerverbände.

Im Zweiten Weltkrieg wurden Fallschirmjäger nahezu auf allen Kriegsschauplätzen eingesetzt. Die bekanntesten Einsätze sind Narvik, Eben Emael, Korinth, Kreta, Sizilien, Monte Cassino.

Mit Aufstellung der Bundeswehr wurde am  02.11.1956 die Luftlandebrigade 106 der Bundeswehr, diesmal als Teil der Infanterie des Heeres, aufgestellt. Auf Grundlage des Aufstellungsbefehls Nr. 21 (Heer) waren zwei Luftlandebrigaden für das deutsche Heer vorgesehen. Im Juli 1956 trafen die Vorauskommandos für das Luftlandejägerbataillon 106 in Ellwangen und für das Luftlandejägerbataillon 116 in Kempten ein. Die ersten sechs Monate waren die beiden Bataillone der 4. Grenadierdivision (Regensburg) unterstellt. 1956 begann ebenfalls die Aufstellung der neuen Luftlandeschule in Altenstadt.

Auf Grund von Planungsänderungen wurde im November 1956 mit dem Aufstellungsbefehls Nr. 39 (Heer) die Aufstellung der 1. Luftlandedivision befohlen. Im Januar 1957 begann deren Aufstellung in Esslingen. Truppendienstlich werde die division dem II Korps unterstellt.

15.01.1957, die Luftlandejägerbataillone 9 und 19 werden der 1. LLDiv unterstellt. 01.02.1957 Aufstellung der Luftlandeaufklärungskompanie 9, Luftlandepanzerjägerbataillon 9 und Luftlandepionierkompanie 9

Am 03.06.1957 kamen beim "Illerunglück" 15 Soldaten zu Tode, als Rekruten des IV. Zuges 2. Kompanie Luftlandejägerbataillon 19 die Hochwasser führende Iller durchquerten.

In 1957 wurden weitere Verbände/Einheiten aufgestellt: Luftlandekampfgruppe A9 (später Luftlandebrigade 25) Esslingen, Luftlandejägerbataillon 29 (später Fallschirmjägerbataillon 251) Altenstadt, Luftlandesanitätskompanie 9 (später Luftlandeversorgungsbataillon 9) Kempten, Luftlandespezialgerätekompanie 9 (später Luftlandeversorgungsbataillon 9) Altenstadt, Luftlandequartiermeisterkompanie 9 (später Luftlandeversorgungsbataillon 9) Dillingen und leichte Luftfahrzeuginstandsetzungskompanie 9 Dillingen.

Ab Februar 1958 startete der Ausbildungsbetrieb an der Luftlandeschule, die Luftlande-Lehr- und Versuchskompanie wurde ebenfalls in Altenstadt aufgestellt. Die Luftlandefernmeldekompanie 9 gliedert in das Luftlandefernmeldelehrbataillon 9 um. Das Luftlandeartilleriebataillon 9 gliedert in das Fallschirmartilleriebataillon 255 um.

Oktober 1958 Aufstellung Luftlandekampfgruppe B9 in Esslingen, die spätere Luftlandebrigade 26.

In der Heeresstruktur 2 wurden viele Verbände und Einheiten ab Mitte 1959 umgegliedert und umbenannt. Es entstanden die Fallschirmjägerbrigaden 25 und 26 mit den Fallschirmjägerbataillonen 251, 261, 262. Die Luftlandepionierkompanie 9 wird in die Luftlandepionierkompanien 250 und 260 geteilt, das Luftlandepanzerjägerbataillon 9 wird zum Panzerbataillon 273.

September 1959 Teilnahme von Teilen der 1. Luftlandedivision an der großen Heeresübung II Korps "Ulmer Spatz".

NVA: Mit Befehl 61/59 vom 03.12.1959 wurde ab Januar 1960 mit der Aufstellung eines Luftlandebataillons in der NVA begonnen. In Prora auf der Ostseeinsel Rügen begann am 22.02.1960 die Formierung des Motorisierten Schützenbataillon 5 (MSB-5).

01.07.1960 Aufstellung Fallschirmjägerbataillon 252 Clausthal-Zellerfeld und Fallschirmjägerbataillon 291 Stetten. Im November Aufstellung Luftlandepionierbataillon 9 und ABC-Abwehrkompanie (LL) 9 Bruchsal.

Der erste Nachkriegs-Truppenübungsplatzaufenthalt der Bundeswehr im Ausland findet vom 01. bis 20.11.1960 in Mourmelon, Frankreich, mit den Fallschirmjägerbataillonen 251 und 261 statt. 

Im Dezember 1960 erhielt die 1. Luftlandedivision den Auftrag ein Kontingent für die neue NATO-Eingreiftruppe Allied Command Europe Mobile Land Force zu stellen. Den Auftrag für die spätere AMF(L) erfüllte ab Anfang 1961 die Luftlandebrigade 26, hier das Fallschirmjägerbataillon 262, verstärkt durch eine Batterie des Fallschirmartelleriebataillons 265 und ein Zug der Fallschirmpionierkompanie 260.

01.04.1961 Aufstellung Fallschirmjägerbataillon 313 Wildeshausen mit truppendienstlicher Unterstellung Panzergrenadierbrigade 31 Oldenburg.

1961 verlegten Stab/Stabskompanie Fallschirmjägerbrigade 26 nach Zweibrücken, Fallschirmjägerbataillon 261 und Fallschirmartilleriebataillon 265 nach Speyer, Stab/Stabskompanie Fallschirmjägerbrigade 25 und Fallschirmartilleriebataillon 255 nach Calw, Fallschirmjägerbataillon 252 nach Nagold.

13.08.1961 mit dem Mauerbau wird das Fallschirmjägerbataillon 252 in Alarmbereitschaft versetzt.

1962 Umbenennung der Luftlandeschule in Luftlande- und Lufttransportschule. Im gleichen Jahr startet die jährliche, auch heute noch durchgeführte, Luftlandeübungsreihe Colibri mit den französischen Fallschirmjägern.

NVA: Februar 1962 Umbenennung des MSB-5 in Fallschirmjägerbataillon-5 (FJB-5). 

1964 Verlegung Stab und Stabskompanie 1. LLDiv nach Bruchsal.

Juni 1965 erster gemeinsamer Übungsplatzaufenthalt der 1. LLDiv in Grafenwöhr.

1967 Verlegung Fallschirmjägerbataillon 262 nach Bexbach.

NVA: Oktober 1967 erste Verleihung des neuen Fallschirmsprungabzeichens der NVA.

Herbst 1968 Tle 1. LLDiv bei Heeresübung II Korps "Schwarzer Löwe".

Am 20.01.1969 werden bei einem Überfall im Munitionslager fünf Wachslodaten des Fallschirmjägerbataillon 261 tödlich verwundet. Beim "Soldatenmord von Lebach" werden drei Fallschirmjäger durch Schüsse und Messerstiche sofort getötet. Von zwei Schwerverletzten im Krankenhaus verstirbt einer nach später.

Im September 1969 sprangen 1.000 belgische und deutsche Fallschirmjäger bei Nacht auf drei Sprungplätzen im Rahmen der Übung "Großer Rösselsprung" aus Noratlas C-119. Im gleichen Jahr marschiert das Fallschirmjägerbataillon 252 mit angelegten Fallschirmen bei der NATO-Parade auf dem Nürburgring vor ca. 10.000 Zuschauern. 1969 begann auch die Umstellung auf das Transportflugzeugt Transall C-160.

NVA: 23.09.69 das FJB erhält den Namenszusatz "Willi Sänger".
Dezember 1969 Umbenennung FJB-5 in FJB-2.

1970 wird die dritte Brigade der Division aufgestellt. Die Luftlandebrigade 27 in Lippstadt. Ihr werden das Fallschirmjägerbataillon 291 (später Fallschirmjägerbataillon 271 mit Verlegung nach Iserlohn) und Fallschirmjägerbataillon 313 (später Fallschirmjägerbataillon 277) unterstellt.

Fallschirmjäger und Luftlandesoldaten erhalten 1971 das bordeauxrote Barett mit dem stürzenden Adler.

Bis 30.09.1971 Auflösung der Luftlandeversorgungsbataillone der Brigaden und Abschluß der verlegung Fallschirmjägerbataillon 251 nach Calw. Oktober 1971 Umbenennung der Fallschirmjägerbrigaden in Luftlandebrigaden.

NVA: 1971 Umbenennung FJB-2 in FJB-40.

Die 1. LLDiv übernimmt 1972 die Patenschaft für die Kriegsgräberstätte Maleme auf Kreta.

1973 wurde das Fernspähausbildungszentrum 900 in Neuhausen ob Eck zur Fernspäherausbildung aufgestellt

Ab 1974 erhält die 1. LLDiv den Faun Kraftkarren Kraka.

1975 Teilnahme Tle 1.LLDiv an Korpsgefechtsübung "Große Rochade".

Gliederung der 1. Luftlandedivision ab 1977 
Stab/Stabskompanie 1. LLDiv, Luftlandefernmeldebataillon 9, Heeresmusikkorps 9, Luftlandebrigade 25, 26 und 27.

1978 Teilnahme Tle 1.LLDiv an Korpsgefechtsübung "Blaue Donau".

12.07.1979 Aufstellung der Internationalen Fernspähschule in Neuhausen ob Eck, 1980 Verlegung nach Weingarten.

1979 Teilnahme Tle 1.LLDiv an Korpsgefechtsübung "Grauer Kondor".

September 1979 Umstellung Luftlandefernmeldebataillon 9 zu Lehrbataillon Fernmeldeschule Heer in Starnberg. Dieses Bataillon wird der 1. LLDiv in Einsatz und Übung unterstellt und später zum Luftlandefernmeldebataillon 9 umbenannt. Teile des Bataillons stellen später das Personal für die Luftlandefernmeldekompanie 9 (AMF).

Ab 01.04.1980 Einnahme der Heeresstruktur IV. Umbenennung und Aufstellung der Geräteeinheiten Fallschirmjägerbataillon 254, 264 und 274. Aufstellung der Fallschirmjägerbataillone 253, 263, 273.

NVA: Ab 1981/1982 Verlegung nach Lehnin. Umbenennung und Umstrukturierung des FJB-40 in LuftSturmRegiment-40 (LStR-40).

1981 Teilnahme Tle 1. LLDiv Koprsgefechtsübung "Scharfe Klinge".

1983 Teilnahme Tle 1. LLDiv Koprsgefechtsübung "Wehrhafte Löwen".

1986 Teilnahme Tle 1. LLDiv Koprsgefechtsübung "Fränkischer Schild".

01.04.1986 Aufstellung der Geräteeinheit Luftlandeartillerieregiment 9 Lahnstein, später Verlegung nach Philippsburg.

1987 Teilnahme Tle 1. LLDiv Koprsgefechtsübung "Kecker Spatz".

Am 28.04.1989 erhält die Luftlandebrigade 25 den Namenszusatz "Schwarzwaldbrigade". Mai 1989, die Luftlandebrigade 26 erhält den Namenszusatz "Saarland".

Ab 1990 Einführung des Waffenträger "Wiesel". 01.10.1990 Übernahme des AMF-Auftrags durch die Luftlandebrigade 25.

Unter Führung des Divisionskommandos 1. LLDiv beginnt im April 1991 die "Operation Flüchtlingshilfe" im Iran. Am 05.08.1991 wird die Auflösung der Division und der Luftlandebrigade 27 verkündet. Die Luftlandebrigae 27 wird später mit der Panzergrenadierbrigade 31 Oldenburg zur Luftlandebrigade 31 fusionieren. Am 01.10.1991 wird sie dem I. Korps unterstellt.

NVA: 30.07.1991 Auflösung des LStR-40.

Auflösung des Luftlandefernmeldelehrbataillon 9 am 30.09.1992.

1993 wurde die Luftlandebrigade 31 "Oldenburg" für Einsätze im Rahmen der Multi National Division (Central) MNDC vorgesehen. Ab Mitte 1993 stellte die 1. Luftlandedivision wesentliche Teile des GE-COMPFORSOM, des deutschen Unterstützungsverbandes UNOSOM in Somalia - dem ersten bewaffneten Auslandseinsatz der Bundeswehr.

23.03.1994 Auflösung der 1. Luftlandedivision. Die drei Luftlandebrigaden: Luftlandebrigade 25 in Calw, Luftlandebrigade 26 in Saarlouis, Luftlandebrigade 31 in Oldenburg blieben erhalten.

1994 wurde das Kommando Luftbewegliche Kräfte/4. Division in Regensburg aufgestellt. Die Luftlandebrigaden 25 und 26 wurden KLK/4. Div unterstellt.

Die Luftlandebrigade 25 wurde am 01.04.1996 aufgelöst, daß neu gegründete Kommando Spezialkräfte trat am Standort Calw in die Tradition der Brigade. Die ersten Kommandosoldaten kamen aus den drei aufgelösten Kommandokompanieen B1 der Luftlandebrigaden und den aufgelösten Fernspähkompanieen 100 und 300. Das KSK wurde der KLK/4. Div unterstellt.

1997 Verlegung der Internationalen Fernspähschule nach Pfullendorf.

20.03.2001 Auflösung des Kommando Luftbewegliche Kräfte/4. Division und Umgliederung zur Division Spezielle Operationen. Diese geht 2014 in der Division Schnelle Kräfte (DSK) in Stadtallendorf auf.

Fallschirmjäger heute

Aktuell

Am 1. April 2003 erfolgte die Umbenennung der Internationalen Fernspähschule in Ausbildungszentrum Spezielle Operationen.

2015 wird die Luftlande- und Lufttransportschule zum Ausbildungsstützpunkt Luftlande- und Lufttransport im Bereich Lehre/Ausbildung der Infanterieschule (Hammelburg) heruntergestuft.

Im April 2021 erhält der Ausbildungsstützpunkt Luftlande- und Lufttransport seinen ursprünglichen Namen Luftlande- / Lufttransportschule zurück (das ursprüngliche "und" entfiel).

Zur Division Schnelle Kräfte (DSK) gehören Stand 2025 u.a. als "springende Verbände" die Luftlandebrigade 1 (Saarlouis) mit dem Fallschirmjägerregiment 26 (Zweibrüggen) und dem Fallschirmjägerregiment 31 (Seedorf), die 11. Luchtmobiele Brigade NL (Schaarsbergen, NL) sowie das Kommando Spezialkräfte (Calw).